Interim-Management: was der Begriff bedeutet und wann er im IT-Bereich fällt
Eine Aufgabe wird für eine begrenzte Zeit nach außen vergeben, weil die Zuständigkeit dafür im Haus fehlt. Wie das rechtlich gefasst wird, entscheidet über Weisung, Haftung und Abrechnung.
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Interim-Management bezeichnet die befristete Übernahme einer Führungs- oder Fachaufgabe durch jemanden von außen. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „unterdessen“: Die Aufgabe ist da, die Zuständigkeit dafür im Haus gerade nicht. Mit dem vereinbarten Ende endet der Auftrag, ohne dass eine Stelle entsteht.
Interim-Management: Herkunft und Gebrauch des Begriffs
Ursprünglich stand der Begriff für die zeitweise Besetzung einer Leitungsposition — Werksleitung, Finanzleitung, Vertriebsleitung — in einer Sondersituation. In der IT hat sich der Gebrauch verschoben: Gemeint ist heute häufig eine fachliche Zuständigkeit auf Zeit, nicht unbedingt eine Führungsrolle. Wer „interim“ sucht, sucht deshalb meist zwei verschiedene Dinge: eine Person für eine Position oder eine Aufgabe, die für eine Weile jemand anderes macht.
Der Unterschied ist nicht sprachlich, sondern rechtlich. Eine Position wird besetzt, eine Aufgabe wird vergeben — und die zweite Variante lässt sich als abgrenzbares Werk beschreiben, die erste nicht.
Anlässe in einem Haus mit eigener Entwicklung
Unternehmen mit eigener Software und eigenen Leuten rufen selten nach Hilfe, weil niemand programmieren könnte. Der Anlass ist fast immer ein Stau:
- Der Auslieferungszug steht. Das alte Kernsystem bindet die Mannschaft, und die Vorhaben daneben rücken nicht vor.
- Ein Kanal fehlt. Ein mobiler Zugang zur Fachanwendung wird gebraucht, aber im Haus arbeitet niemand mit den Werkzeugen mobiler Plattformen.
- Eine Fähigkeit fehlt einmalig. Eine KI-Funktion soll in eine bestehende Maske, danach wird niemand mehr täglich damit arbeiten.
- Eine Lücke ist zu überbrücken. Eine Schlüsselperson ist längere Zeit nicht da, und ein Vorhaben darf trotzdem nicht liegen bleiben.
Allen Anlässen gemeinsam ist, dass die Aufgabe ein Ende hat. Genau das unterscheidet sie von Arbeit, die dauerhaft anfällt und deshalb ins Haus gehört.
Interim-Management und eine neue Stelle im Vergleich
Eine dauerhafte Besetzung lohnt sich, wenn die Aufgabe bleibt: Das Wissen wächst im Haus, es steht jeden Tag zur Verfügung, und die Suche zahlt sich über Jahre aus. Sie lohnt sich nicht, wenn die Aufgabe nach dem Vorhaben verschwindet — dann bleibt eine Zuständigkeit ohne Gegenstand.
Die befristete Vergabe dreht das um: kein Aufbau einer Zuständigkeit, dafür ein klares Ende und ein beschriebenes Ergebnis. Ihr Preis ist die Abhängigkeit von einer sauberen Übergabe — wer sie nicht vereinbart, tauscht eine Lücke gegen eine andere.
In der Praxis stehen beide Wege nicht im Wettbewerb. Wer eine Aufgabe befristet nach außen gibt, gewinnt Zeit für die Entscheidung, ob daraus eine dauerhafte Zuständigkeit werden soll — und trifft sie dann mit einem laufenden System vor Augen statt mit einer Stellenbeschreibung auf dem Papier.
Wer anweist, wer haftet, welche Vertragsform dazu passt
Rechtlich ist der Begriff kein eigener Vertragstyp. Wird ein Ergebnis geschuldet, ist es ein Werk mit Übergabe und Mängelrechten; wird Beratung oder Begleitung geschuldet, greift der Dienstvertrag nach § 611 BGB. Entscheidend ist in beiden Fällen, wer die Arbeit im Alltag anleitet: Bleibt die fachliche Anleitung beim Auftragnehmer, ist die Einordnung stabil; wandert sie zum Auftraggeber, kippt sie. Welcher Prüfmaßstab dabei angelegt wird, beschreibt der Vergleich der beiden Vertragsformen.
Was nach dem Ende im Haus bleiben muss
Eine Lösung auf Zeit taugt nur, wenn der Betrieb danach ohne sie auskommt. Vereinbart gehört deshalb, was zurückbleibt:
- der Quelltext in der Versionsverwaltung des Betriebs, mit Anleitung zum Bauen und Ausliefern;
- die Entscheidungen und ihre Gründe in knapper Form, damit die eigenen Leute weiterbauen können;
- Prüfläufe, die nach dem Ende weiterlaufen und Rückschritte melden;
- ein Termin, an dem das Haus den Stand selbst übernimmt und vorführt.
Wie wir eine Aufgabe auf Zeit übernehmen
Wir übernehmen die Aufgabe als Ganzes und liefern ein Ergebnis, keine Besetzung: beschriebener Liefergegenstand, Prüfschritte, Übergabe. Die Arbeit verteilt und verantwortet unsere Projektleitung, gearbeitet wird in eigenen Zweigen und mit eigenen Prüfläufen, und am Ende steht ein Stand, den die Leute im Haus selbst weiterführen. Wie das an einem laufenden Kernsystem aussieht, steht auf der Seite Softwareentwicklung am laufenden Kernsystem.
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Welche Aufgabe steht bei Ihnen in der Warteschlange?
Nennen Sie uns das System, das weitergebaut werden soll, und die Aufgabe, die liegen bleibt. Im Gespräch sagen wir, welchen Teil davon wir als Werkvertrag übernehmen.